03 Dezember 2012

Abenteuer Großstadt - Hamburg {Unterwegs}

Die Zeit verrinnt und ich bin immer noch mein Großstadtabenteuer schuldig. Deshalb schnell noch aufgeschrieben bevor die Erinnerung von neuen Ereignissen aufgefressen wird. Im Alter neigt man ja zur Vergesslichkeit und ich habe immer das Gefühl, wenn vorne was Neues dazu kommt, fällt hinten was altes raus.  
Schon 3 Wochen ist es her, da bin ich zur Blogst Konferenz nach Hamburg gereist. Im Grund ja nichts dolles, aber für mich dann doch irgendwie schon, denn ich hatte mir einen Flug gebucht. Geflogen bin ich das letzte Mal so um 1998 (und da musste ich echt lange nachdenken, bis ich das Datum gefunden hatte). Das ist jetzt schon ziemlich lange her und seitdem hat sich doch vieles verändert. Damals (also DAMALS hört sich echt schlimm an - ich setzt noch einen drauf: Im letzten Jahrhundert *gruselschüttel*) hat man noch in einem Reisebüro angerufen oder wurde dort vorstellig oder noch praktischer: Ich hatte eine Freundin, die Reisen organisierte und alles erledigt hat.
Ich bekam dann nur noch das Ticket und die Infos und fertig.
Dieses Mal musste ich das ganz alleine machen. Natürlich über das Internet. (Für was hat man das Teil.) Also Flug gebucht - online. Sehr aufregend. Man hat nichts in der Hand bzw. muss nichts in der Hand haben. Per Kreditkarte gebucht, soll diese angeblich am Flughafen zur Legitimation reichen.
Ich habe dann auch meine Bordkarte direkt 24 Stunden vor Abflug von zuhause ausgedruckt und konnte mir am Bildschirm meinen FENSTERPlatz aussuchen. Ach wie schön ist doch die Technik.

Anders als geplant, musste ich dann noch mit dem Zug zum Flughafen fahren. Also nochmals ran an den PC, gebucht und ausgedruckt - was in der Hand zu haben ist für mich ein absolut gutes Gefühl.
Ich wollte dann mit einem öffentlichen Verkehrsmittel zum Bahnhof nach Mannheim fahren, aber der Göga bestand auf ein TAXI !
OK, als gute Ehefrau hört man natürlich. Und obwohl ich da noch nicht in einer Großstadt war, fing direkt das Abenteuer an. An der nächsten Ampel wollte der nette Herr, in einem nach Wunderbaum riechenden sandfarbenen Mercedes, abbiegen und durch die enge Vorstadtstraßen gondeln, obwohl direkt vor uns die kürzere und schnellere Umgehungsstraße lag. Das habe ich natürlich verhindert. Zur Strafe wurde ich dann bis Mannheim mit Musik einer Schlagerband, die angeblich einen Preis gewonnen hat und nur mit Masken auftritt/auftrat zugedödelt. (Ich würde jetzt gerne dorthin verlinken, konnte die Band aber trotz intensiver Recherche nicht ausfindig machen. Wenn also jemand die Schlagerbarden - ich glaube aus Berlin - kennt, wäre ich für einen Hinweis dankbar).

Im Zug hatte ich dann sehr nette Reisegefährten. Ich hatte einen Platz an einem Tisch, an dem auch eine Schriftdolmetscherin saß. Dass es sowas gibt, hatte ich bis dahin noch nicht gehört. So gestaltete sich das Gespräch und die Fahrt sehr interessant und kurzweilig. Die zweite Beteiligte fuhr, wie ich, zum Flughafen Frankfurt um für eine Universität zur Studentenwerbung nach Südamerika zu fliegen. Sie kannte sich bereits aus und ersparte mir so durch den Quick-Check-Inn kurz hinter den Bahnkleisen den Weg samt Gepäck durch das halbe Terminal. (Und wer Frankfurt kennt, dass das sehr weite Strecken sind).

Nach einem Ausfall der Anzeigentafeln war sich dann die Fraport und Lufthansa nicht so ganz einig, an welchem Gate der Abflug nach Hamburg stattfindet. So lief ich ganze 3 x von 21 nach 13 und von 13 nach 21. So ein bißchen Bewegung vor einem 50 minütigen Flug ist ja immer gut.
Das Fliegen selbst war dann "easypeasy" um das auf Neudeutsch zu umschreiben. Von der Empfindung her hat sich da für mich in den letzten Jahren nichts geändert (und das trotz Überschreitung des Jahrtausends *gruselschüttel*). Ich mag einfach, wie sich die Beschleunigung beim Start anfühlt. Über den Wolken wird man dann noch dazu mit tollem Wetter entlohnt und die trüben Tage bleiben auf dem Boden.

HAMBURG - ARRIVAL

Hamburg KurztrippDie Landung in Hamburg war etwas ruckelig aber ok. Der Flughafen ist eher klein und so ging auch das auschecken sehr schnell. Die Straßenbahnhaltestelle befindet sich im Untergeschoss zwischen den beiden Terminals. Kein langer Fußweg. 

Auf der Blogst Veranstaltungsseite wurden im Vorfeld bereits Tipps für Hamburg gepostet und so hatte ich mir bereits die App  der HVV aufs Handy geladen. Leider konnte ich sie dann  im Flughafen nicht abrufen. Aber es gibt direkt eine  Touristen-Info,  die mir die richtige Strecke raussuchte und  mir auch eine Fahrkarte verkaufte. Das  Abenteuer Großstadt konnte beginnen.

In der Bahn machte ich mich mit dem Fahrplan und den Strecken vertraut und musste feststellen, dass mir die gute Frau an der Info wohl das Umsteigen ersparen wollte und mich über einen großen Umweg schickte. Also stieg ich zwischendurch um und kürzte ab. Alles ohne Proble. Die kamen erst beim Umsteigen in den Bus. 

Ich bin ja eine Kleinstadtpommeranze und da fährt man nicht unbedingt Bus, wenn man nicht muss. Vielleicht hat mich auch deshalb verwirrt, dass es an der Haltestelle Holstenstraße (S21) zwar einen Bus der Linie 283 gab, auf dem Routenplan aber die Armbruststraße, bei der ich aussteigen sollte, nicht verzeichnet war. Auf der Gegenüberliegenden Straßenseite gab es zwar auch eine Haltestelle, dort aber keine Linie 283. Und niemand war da, der wußte, warum das so ist. Und noch dazu regnete es. Also stieg ich in den Bus um zu sehen, wohin er fährt. Er fuhr - wie kann es bei einem Abenteuer auch anders sein - in die falsche Richtung. Also stieg ich beim nächsten Stopp wieder aus, zog meinen Rollkoffer durch mehrere Pfützen auf die andere Straßenseite, auf der ebenfalls eine Haltestelle - diesmal auch mit einem Schild für die 283 war - und wartete erneut.
Motel One Hamburg AltonaZum Glück lag die Haltestelle Armbruststraße in Sichtweide des Hotels. Die Organisatoren der Blogst Konferenz hatten uns das Motel One rausgesucht. Und da muss ich echt sagen: Alles richtig gemacht. Zumindest, was Interieur und Sauberkeit anbetrifft. (Das ein Motel ruhig liegt, kann man schließlich nicht erwarten).


Ein wirklich schönes Ambiente zu einem guten Preis.









Hamburg Unterwegs Bloggerkonferenz
Nach einer kurzen Pause und Routenplanung ging es dann weiter in das abendliche und sehr dunkle Hamburg. Ich war übrigens nicht die Einzige, die der Meinung war, dass die Beleuchtung der Gehwege im Hamburger Stadtteil Altona doch sehr zu wünschen übrig läßt. Schließlich war das ja ein Bloggertreffen, zu dem am Freitag noch ganz ganz viele Blogger angereist sind.
Blogst Konferenz Bloggerkonferenz Hamburg Neue Flora

Die neue Flora, wo derzeit das  Disney Musical Tarzan gespielt wird, befindet sich übrigens direkt an der S-Bahn-Haltestelle Holstenstraße. Das visierte ich bei meinen Ausflügen immer als Ziel für den Rückweg an.

Hamburg Blogst

Zur Umgebungserkundung ging es erst zu Fuß quer durch den Stadtteil. Schließlich hatte ich Straßenbahn und Bus schon hinter mir  und so entschied ich mich mit der U-Bahn (Haltestelle Osterstraße) in Richtung Karo-Viertel zu fahren.
Am Ausstieg bei den Messehallen konnte ich mich allerdings nicht richtig orientieren. Die Straßen waren fast menschenleer und die wenigen Passanten konnen mir auch nicht helfen (! :-o !). Also lief ich weiter durch die dunkle Nacht. (Das hört sich jetzt tragisch an, ist es aber nicht, bis auf die Blase, die ich mir an diesem Abend zuzog)
UnterwegsAuf der Suche nach belebten Straßen und Geschäften wurde ich irgendwann am Rathaus fündig. Am Mönkedamm habe ich mich mit einem rießigen Hamburger und frisch gemachten Pommes gestärkt. Das war mal ein Burger! Herr Mc Donald, würden Sie bitte mal schaun: So muss ein Burger aussehen. Früher (oh, mein Gott, schon wieder früher, ja irgendwie war früher alles anders und besser) gab es mal einen Hamburger Royal TS, wobei das TS für Tomate und Salat steht. Der hatte ähnliche Ausmaße, bevor  er zu dem kümmerlichen Etwas wurde, das er heute ist. Das waren noch Zeiten....ups, ich schweife schon wieder ab. 
Ganz in der Nähe , wo ich meinen  Imbiß einnahm, war ein Karstadt. Da  beneide ich die Hamburger ja.  Bei uns hat der Karstadt schon lange geschlossen . Im Hamburger Karstadt aber gab es Sachen, die ich immer online bestellen muss. Z. B. Stanzer in der Schreibwaren/Kreativabteilung oder Socken und bunte Strümpfe von Happy Socks (!) direkt hinter dem Eingang. Da habe ich dann meine große Tochter vermißt, die ganz gewiss mit mir den Laden auf den Kopf gestellt hätte.

Den nächsten Tag meines Großstadtabenteuers gibt es dann morgen....oder so.

1 Kommentar:

  1. Also wenn es Dir mal langweilig ist, Susanne, dann weißt Du ja, was zu tun ist! Flug buchen und abwarten ;) Übrigens...nette Blogs hast Du verlinkt. Muß mich noch durchwuseln. Wünsch' Dir noch einen schönen Tag!

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