14 November 2014

Muster machen für Mode, Dekor und Grafik {Buchbesprechung}

Es ist Herbst, es wird kalt und abends früh dunkel. Weihnachten nähert sich mit großen Schritten und was noch viel Schlimmer ist: Silvester folgt direkt auf dem Fuße und damit endet dann auch die Frist für die Umsetzung der Projekte, die man sich für das Jahr so vorgenommen hat.

Ein paar Sachen aus meiner Das-will-ich-2014-machen-Liste habe ich tatsächlich schon geschafft, aber eigentlich ist vieles auch noch offen. Eines davon ist, einen Stoff nach eigenem Muster drucken lassen und verarbeiten. Als Inspiration habe ich mir auch schon ein Buch zugelegt.
Da ist sie wieder, meine Liebe zu schönen Sachbüchern.





Wenn ich ehrlich bin, habe ich es nicht selbst gekauft. Nein, ich habe es geschenkt bekommen. Bereits im Frühjahr war ich nämlich mit dem Göga im Handel für Künstlerbedarf und da stand es und lachte mich an. Aber wie das so ist, wenn man den Korb schon voll hat mit Utensilien für den Kunstunterricht der Kinder, das ist einfach schon teuer genug, also wanderte das Buch zurück ins Regal.

Aber der Göga wäre ja nicht der Göga, wenn er meinen Blick nicht bemerkt hätte. Seit 18 Jahren kann er sich nicht merken, dass ich immer mit Messer und Gabel esse, auch wenn es nur Nudeln mit Buttersoße gibt. Wenn er den Tisch deckt, legt er immer nur eine Gabel hin *grmml*. Aber dass ich ein schönes Buch einem Strauß Blumen, der verwelken kann, vorziehe, das hat er sich gemerkt.
Und deshalb lag da am Muttertag anstatt eines Rosenstraußes ein Buch mit Rosen auf dem Cover.

Statt Blumen… hat da wieder eine ganz neue (schönere) Bedeutung bekommen 

Und wer sich jetzt genauso wie ich für schöne Bücher und Muster begeistern kann, der sollte vielleicht mal mit dem Zaunpfahl winken und diesen Blogpost direkt an den Partner schicken. Bis zum nächsten Muttertag ist zwar noch weit, aber schließlich steht ja Weihnachten vor der Tür und vielleicht heißt es dann schon bald…

Muster machen für Mode, Dekor und Grafik 


Muster machen: Für Mode, Dekor und Grafik* von der schwedischen Designerin Lotta Kühlhorn ist ein wunderbares Buch voller Inspiration und lebt von seitenweisen großflächigen Grafiken zwischen denen sie die Entstehung und Motivation zu den einzelnen Mustern und Grafiken beschreibt. Schon beim ersten Durchblättern kommen einem diese teils seltsam bekannt vor. Kein Wunder! Hat Lotta Kühlhorn doch tatsächlich Stoffe für Ikea entworfen, von denen hier einige auch schon verarbeitet wurden. Andere Muster habe ich bereits (zumindest ähnlich) auf Tassen und Tellern oder auch bei Papeterie und Stickmustern gesehen. Vielleicht waren es auch Tapeten. Wie sie da drauf kommen, war mir aber neu und dazu gewährt die Künstlerin vom ersten Sketch (für das Cover) bis zum fertigen Werk, Einblick.


In einem leichten, ganz unverklemmten Schreibstil, beschreibt die Designerin wie sie zu ihrem Beruf als Illustratorin und Grafikerin gekommen ist. Wie sie sich an die Muster herantastet und wie sie sich ihre Inspiration holt.


Warum da jetzt ein Foto von einem Holzscheid ist? Gibt uns die Natur, die Maserung des Holzes nicht eine wunderbares Muster vor? Wie wir es umsetzen, was wir daraus machen, das ist die Kunst des Designers.

Lotta Kühlhorn beschreibt in Muster machen: Für Mode, Dekor und Grafik * wie sie arbeitet. Sie lehrt nicht, sie erzählt. Fast wie wenn jemand gefragt hätte "Lotta, sag mal, wie machst du das?". Und bereitwillig gibt sie Auskunft. Ihr Stil ist ein bißchen Retro. So, wie ich das als Kind geliebt habe, als wir die Blumen von der Prilflasche auf die Küchenfliesen geklebt haben. Die Muster auf den Tassen von damals erleben ja derzeit gerade eine Renaissance. Kühlhorn erzählt von Farben und Formen, von dem was auf dem Bildschirm entsteht und dem wie eine ausgedruckte Birne dreidimensional eine komplett andere Wirkung hat. Sie gibt Einblick in ihre Vorgehensweise von der ersten Entdeckung eines Designs im Supermarktregal oder in einen Straßenzug und wie daraus Muster entstehen. Wie setzt sich ein Raport zusammen? Wie entsteht eine ganze Stadt auf Stoff ohne sichtbare Ansätze? Das sind nur ein paar der Arbeitsschritte, die sie erklärt.

Welche Rolle spielt die Mathematik, wie ist das mit der Farbe und kann mein Streifendesign eine Geschichte erzählen? Und wie kommt das Muster des Lieblings-Strickpulovers auf Geschenkpapier?

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Das kommt bei einem Sachbuch selten vor. Meistens blätter ich darin, lese quer und suche mir die für mich interessanten Stellen raus oder schau mir die Bilder an. Das ich tatsächlich jedes Wort gelesen habe, liegt wohl daran, weil es nicht nur informativ ist, sondern auch so schön geschrieben. Es ist, wie einem guten Freund zuhören. Bilder gibt es reichlich in dem Buch, mancher mag wohl meinen, es ist veilleicht ein Tick zu viel. Aber für mich sind es halt die Blumen in meinem Strauß ;-).



Am Ende des Buches gibt es dann noch 10 Projekte, mit denen man gleich loslegen kann, z. B. um seinen eigenen Putzlappen zu gestalten oder o. g. Strickpulover-Geschenkpapier. Man lernt grafisches Obst und Gemüse auf ein Tablett zu bannen oder Muster auf Wand und Schrank. Auf der beiliegenden CD gibt es dann noch ein Pattern Starter Kit.



Muster machen: Für Mode, Dekor und Grafik* von Lotta Kühlhorn
140 Seiten im Hardcover mit CD
erschienen bei gestalten

* Affilate-Link

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