28 Juli 2016

Mach Dein Ding - Der Nähwettbewerb der Initiative Handarbeit - Schnittmustererweiterung

Hätte ich diesen Post heute begonnen, würde ich vermutlich schreiben:
Ich bin so happy, meine Tasche ist endlich fertig. Ich freu mich so, fast ohne auftrennen zu müssen und als es erstmal lief, dann lief das aber sowas von... Jetzt bin ich echt froh, dass ich, angeregt durch die #machDeinDing Aktion der Initiative Handarbeit, mich daran gesetzt und auch meinen Dämon besiegt habe. Ich habe nämlich eine neue Nähmaschine und einen Mordsrespekt vor diesem Hightech-Ungetüm, man will ja schließlich nichts kaputt machen, war ja teuer und stand ganz ganz lange auf der Wunsch- und Sparliste. Und die vielen Einstellmöglichkeiten, das muss man erst mal händeln können und sich trauen. Aber der Wettbewerb hat eine Daedline und da war dann irgendwann nichts mehr mit zögern und Maschinchen betrachten, da musste die Gute rattern. Und das hat sie dann auch (ganz leise im Vergleich zu ihrem Vorgänger). Und jetzt gefällt mir die Tasche so richtig gut und ich bin total glücklich!



Ich wollte mal wieder ein Abenenteuer und ein bisschen Aufregung. Das hatte ich (und Schweißausbrüche dazu).
Ich hatte ein totales Nähmaschinenabenteuer! Herausforderung angenommen und bestanden! Jetzt bin ich bereit für weitere (Reise-)Abenteuer. Mit neuer Tasche versteht sich!



Vor zirka 2 Wochen, als ich diesen Post begann, war ich allerdings noch weit weg von den Glücksgefühlen. Aber hey, was soll ich es schönreden oder ändern? Hier kommt die volle Breitseite. Ich habe die Entstehung der Tasche dokumentiert. Wem das zu lang oder zu uninteressant ist, der kann einfach scrollen oder zum letzten Post mit Fotos switchen, denn ich habe eine Masse an Fotos und auch kleine DIY-Filme produziert.
Aber nun von Angang an, wie gesagt, den Post habe ich so vor ca 2 Wochen angefangn zu schreiben:

Verzweiflungspost:
Ich wollt ja unbedingt beim Nähwettbewerb der Initiative Handarbeit teilnehmen, ich finde das großartig zu beobachten, was ganz Viele aus einem einzigen Schnittmuster machen und wie viele verschiedene Designs daraus entstehen.

Nun brauche ich immer etwas länger bei der Ideenfindung, kann mich oft nicht für einen Stoff oder Zutaten entscheiden und so zieht sich das Nähen bei mir immer. Dieses Mal war es noch etwas extremer. Ich wollte nämlich das Schnittmuster etwas ändern, verschiedene Materialien und Techniken vereinen und dazu musste ich den Schnitt aufteilen.

Nachdem ich nun nicht dranbleiben konnte (weil immer jemand anderes meine Aufmerksamkeit und meine Zeit forderte) habe ich meinen Zettel verlegt auf denen ich mir schon Notizen für die Maße gemacht hatte. Ein Teil war schon zugeschnitten, der Rest fehlte noch, aber in welcher Größe?

Also alles auf Anfang, nochmal skizzieren und rechnen. Schlecht für mich, gut für Euch. Damit das nämlich nicht nochmal passiert, sollte ich heute wieder nicht fertig werden, will ich mich morgen nicht nochmal eindenken müssen. Also schreibe ich alles direkt mit und da Zettel ja oft genug Flügel bekommen, schreibe ich hier gleich mit, dann ist es gespeichert und Ihr habt auch was davon.

Der Ursprungsschnittmuster kommt wie gesagt von der Initiative Handarbeit und kann auf deren Homepage downgeloadet werden. Die Tasche besteht nur aus 2 Teilen. Einem großen für den Körper und einem Seitenteil (2 x zugeschnitten). Zusätzlich gibt es eine Anleitung für eine Seitentasche mit Schnalle und eine weitere kleine runde Tasche, die mit einem Karabiner befestigt wird.

Ich möchte die Außentasche aus mehreren Stoffen zuschneiden. Die Unterseite soll aus Kunstleder werden, dafür muss ich das simplen Schnittmuster in mehr Teile aufteilen. Meine Tasche wird gefüttert und bekommt eine Innentasche mit Reißverschluss für Geldbeutel etc.
Die Schwierigkeit am Aufteilen ist, dass man die Nahtzugabe nirgends vergisst, sonst passen am Schluss die Teile nicht zusammen.



An dieser Stelle ist übrigens mein Schmierpapier wieder aufgetaucht, es war wohl vom Tisch geweht.


Jeans verarbeiten:
Der größte Teil meiner Tasche besteht aus alten Jeans. Kinderjeans, die an Teilen so verschlissen waren, dass man sie nicht mehr weitergeben konnte. (Im Normalfall gebe ich guterhaltene Kleidung weiter und im Moment gibt es wirklich viele Institutionen die sich über eine Spende freuen).

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich mir das Zerlegen der Jeans einfacher vorgestellt. Allerdings mussten nicht nur schadhafte Stellen und große Flecken entfernt werden, es fielen auch einige Stellen weg, die für mehr Bewegungsfreiheit schräg geschnitten waren. Jeans mit extremen Elastananteil sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen, da diese sich während der Verarbeiten extrem dehnen.
  • Jeans sondieren
  • gerade Stellen in Streifen schneiden
  • Streifen aneinnähen 
  • Nahtzugabe alle in eine Richtung bügeln 
  • mit aufbügelbarem Vlieseline (nicht dehnbar) verstärken


Zuschneiden: 2 x 57 cn breit 32 cm hoch

Jetzt können die Teile mit Farbe bearbeitet, bestickt oder beplottet werden.
Achtet darauf, dass Ihr nur Flächen wählt, an denen später keine Taschen oder die Gurte sitzen, die Eurer Werk überdecken könnten.

Ich habe die Jeansteile erst über die Nähte mit blauem Marabu Textilshimmer* besprüht, nach dem Trocknen durch bügeln fixiert und die Nähte mit Ziergarn in Gold abgesteppt. Das Ziergarn ist etwas dicker, ähnlich wie man es bei Jeansnähten kennt (Es ist von Alterfil und ich habe es vor Jahren mal geschenkt bekommen aber noch nie benutz). Dafür braucht man eine Nadel mit größerer Öse. Ich habe Metallic-Sticknadeln* benutz und das hat ganz gut funktioniert.



Außentasche für großes Teil:

Zuschnitt:
18 cm breit / 15 cm hoch
Futter für Tasche:
18 cm breit / 17 cm hoch



Nähen der Außentasche:
Außen- und Innenstoff rechts auf rechts an der oben Taschenkante zusammennähen. Den Futterstoff über den Rand des Außenstoffes schlagen und umbügeln. Absteppen. Das Futter hat jetzt die gleiche Größe wie die Tasche. Durch diese Methode erspart man sich die doppelte Jeanslage. Rechts, links und unten ist der Rand offen und verschwindet später unter den Taschengurten bzw. in der Naht des unteren Taschenteils.

Taschengurte nähen:

Die Gurte sollen eine Breite von 4 cm haben.
Da sich der Jeans so dehnte habe ich mich letztendlich dafür entschieden, mit einem Baumwollstoff zu verstürzen.

Zuschnitt:
6 cm breite Stücke (inkl. 1 cm Nahtzugabe), um die Länge für einen Taschengurt zu erreichen werden sie wie bei der Fertigung von Schrägband aneinandergenäht. (Schrägband wird allerdings im schrägen Fadenlauf zugeschnitten, die Taschengurte aber gerade.)
Hier könnt Ihr das nochmals sehen.







Alle Ecken bis auf eine Nahtzugabe von 1 cm zurückschneiden, auf eine Seite umbügeln und absteppen (für besseren Halt)

Gesamtlänge: 324 cm

  • Design aufbringen (hier: wieder Marabu Fashion Shimmer, erst blau gesprüht, dann gelb getropst)


Rückseite der Taschengurte in anderem Stoff / Falsche Paspel
  • 7 cm breite Stücke und wieder wie oben zusammennähen bis zu einer Gesamtlänge von 324 cm.
  • Vorderseite und Rückseite Rechts auf Rechts zusammennähen.
  • Wenden
  • Ausbügeln - Ein Stück des Rückseitenstoffes kommt nach Vorne und sieht dann ähnlich einer Paspel aus
  • Absteppen, knappkantig neben der Naht






Endlos-Reißverschluß einnähen / vorbereiten:

Hier habe ich mich für eine aufwendiger Variante entschieden, allerdings finde ich persönlich, dass sich Endlosreißer so leichter einnähen lassen.



Zuschnitt:
52 cm Endlosreißverschluß (Breite 3 cm)
Jeans für Anfang und Ende 4 Stücke à  4,5 cm x 3 cm
Die Stücke werden mit der guten Seite zum Reißverschluß jeweils am Anfang und Ende des RV angenäht, umgeschlagen und abgesteppt. Fertig ergibt das eine Gesamtlänge von 57 cm (inkl. je 1 cm NZ)

Zusammensetzen der Tasche (Reihenfolge)

In welcher Reihenfolge setzt man eine Tasche zusammen? 

  • Einelteile der Haupttasche zusammensetzen (hier: Jeansteil, Kunstleder, Jeansteil) 
  • absteppen - das geht hier einfacher, wenn man auf dem Kunstleder absteppt, da durch die vielen Nähte im Jeans die Kante beim Umknicken relativ hart werden würde. Ich entscheide hier nach dem geringeren Widerstand bzw. wie sich beim Nahtzugabe zurückschlagen der Nahtzugabe, das bessere Ergebnis erfühlen lässt.
  • Gurtband / Taschenträger annähnen
  • Reißverschluß einnhähen
  • Paspel zusammen mit den 
  • Seitenteilen einnähen
  • Futterzusammensetzen (Wendeöffnung offen lassen)
  • Futter rechts auf rechts über die Tasche stülpen
  • oberen Rand am inneren Reißverschluß/Nahtzugabe festnähen
  • Tasche wenden
  • Wendeöffnung schließen
Halt! Habt Ihr die Wendeöffnung schon geschlossen? Tipp vom Liebsten: "Mach da mal noch einen Boden rein". Okay!

Boden für die Tasche einen Zentimeter kleiner zuschneiden als die Bodenfläche (sonst eckt das und drückt den Stoff). Also Zuschnitt: 21 x 54 cm (Die Bodenfläche ist 22 cm x 54 cm) / Ecken abrunden!
Aber aus was macht man denn so einen Taschenboden?
Gute Frage!


Mir hat mal eine liebe Hobbyschneiderin-Freundin ein Tankstellenwerbeplakat abgetreten (liebe Grüße in den hohen Norden). Das ist aus Hohlkammernkunststoff, 3-4 mm stark und hat genau die richtige Stabilität für einen Taschenboden. Im Baumarkt gibt es ähnliche Platten oder Ihr fragt mal an der Tankstelle Eures Vertrauens, vielleicht haben die auch solche Plakate, die nicht zurückgegeben werden und sonst vielleicht im Müll landen würden.

Wer sich für einen Taschenboden entscheidet, der näht die Wendeöffnung natürlich nicht zu sondern versieht diese bereits vor dem Zusammennähen der Einzelteile mit Klettband. Dann kann man den Boden entnehmen, wenn die Tasche mal in die Wäsche muss.

Die Extras muss es leider in einem weiteren Post geben, mehr mag das Programm nicht abspeichern.

Also für Zusatzinfos, Anleitungsvideo und ganz viele Detailfotos bitte HIERENTLANG

Linkparty: RUMS


27 Juli 2016

Taschendesign: Extras und Anleitungen {Fortsetzung}

Den Anfang zum Taschenprojekt gibt es im nächsten Post. Falls Ihr ihn noch nicht gelesen habt, dann solltet Ihr erst dort reinsehen, da stehen die Maße und die Hauptanleitung. Hier gibt es die Erweiterung, die techischen bedingt keinen Platz mehr im Hauptpost fand. (Beide Artikel gehören zur Aktion #machDeinDing bzw. #machDeinDing2016 der Initiative Handarbeit)





Die TASCHE:







Die Details:

Futter und Innentasche mit Glückspilz-Webband an Reißverschlußinnentasche.
So ein bisschen Glück bei einem Abenteuer braucht Frau schließlich. Der Reißverschluß sichert zusätzlich vor Langfingern oder hilft beim Auffinden von Kleinigkeiten in der wirklich sehr geräumigen Reisetasche.





Der Futterstoff ist ein Pattydoo-Design (über snaply.de)
In der Innentasche Tante Ema Webband Pilze* (von Unionknopf)


Außen Webband von Farbenmix



Stencil "Anker" und Stencil "Ahoi", beide selbstgemacht und aus Plastikfolie mit dem Schneidplotter ausgeschnitten.

Der Träger ist in einem Stück befestigt, beginnt an einem Henkel, läuft über die Tasche über den Boden, bildet den 2 Henkel und läuft zurück über den Boden wieder zum Beginn. Die Enden bilden ein weiteres Gestaltungsdetail. Der Knopf dient nur zur Zierde.



Die Träger werden mit einem Kreuz an der Oberkante der Tasche gesichert, damit sie beim Tragen nicht ausreißen.





Kurz vor dem Zusammennähen habe ich mich dazu entschlossen keine gekaufte Paspel zu nehmen sonder sie aus dem Korrespondenzstoff selbst zu machen. Ich denke, das war eine gute Entscheidung.
Wie man die Paspel selbst macht, könnt Ihr in meiner Anleitung nachlesen. 

An der Seite gibt es noch eine Original-Jeans-Potasche mit Drucknopf, die ganz lässig mit ausfransenden Kanten und Zickzackstich appliziert wurde. Natürlich auch wieder besprüht und beschimmert.




Quaste von Unionknopf




Knöpfe in Jeansfarben von Unionknopf (über stationären Fachhandel)
Metallic-Stickgarn von Madaira (über stationären Fachhandel - Metallic-Sticknadel benutzen!)

Nach dem Aufnähen, war mir das Badget mit dem Motto-Hashtag noch ein bisschen zu fade, ihm fehlten die güldenen Kleckse, die ich auf der ganzen Tasche verteilt hatte, deshalb habe ich hier nochmals nachgebessert.





Material und Bezugsquellen habe ich nach Möglichkeit angegeben, sollte ich was vergessen haben, fragt ruhig.


Und jetzt warte ich auf das nächste Abenteuer und bis dahin muss ich erst mal die Welt retten...äh, die Mails checken.





Bis dahin schick ich Euch liebe Grüße aus der Pfalz!

15 Juli 2016

Süße Weihnachtsgrüsse {Buchbesprechung und Rezept}

Ja, ich weiß, der Sommer hat noch nicht richtig angefangen, da kommt die olle Perle schon mit Weihnachten um die Ecke. Aber sind wir mal ehrlich: Kommt Weihnachten nicht immer so plötzlich?
Im letzten Jahr wurde ich aus heiterem Himmel davon überrascht und was war das Ergebnis: Das erste Mal seit 16 Jahren gab es nichts Selbstgemachtes unterm Weihnachtsbaum. 
Das darf dieses Jahr nicht nochmal passieren!
Bisher durfte sich die Verwandtschaft schon an mit Serviettentechnik verzierten Blumentöpfen oder Weihnachtsbaumbehang aus Pappmachee erfreuen, es gab mit WindowColor bemalte Windlichter oder Glasbaumkugeln, selbstgenähte Tatütas (Taschentüchertaschen), Kosmetiktäschlein, Handtaschen, Einkaufstaschen und sogar als Wunscherfüllung ein Pokemon als Kuscheltier. Wir haben Kinderbilder in Seife gegossen und Badeperlen gerollt. 
Mittlerweile sind aber alle zu Beschenkenden schon etwas älter und der Haushalt auch schon ziemlich überfüllt, deshalb gab es in den letzten Jahren Geschenke aus meiner Küche. Die kann man verzehren und es steht nichts rum und schön verpackt kommt das immer sehr gut an.
In den letzten Jahren haben wir gebrannte Mandeln, Cantuccini oder selbstgekochte Feigenmarmeladen verschenkt. 

Dieses Jahr muss also etwas Neues her und da kommt mir das Buch "Süße Weihnachtsgrüße" von Pia Deges* (erschienen bei Topp/Frechverlag) genau richtig. Es ist gerade erst erschienen (ja, mitten im Sommer!) und so habe ich genug Zeit, Rezepte auszuprobieren, mir Gedanken zu machen, was meine Familie denn gerne mag und ich kann schonmal Blechdosen, Einmachgläser und Tütchen sammeln, denn Pia Deges liefert neben raffinierten Rezepten die Verpackungsideen zum Selbstmachen gleich mit. 

Süße Weihnachtsgrüße - Feine Geschenke aus der Küche von Pia Deges (Topp/Frechverlag)


Ich weiß, Ihr mögt es ausführlich, deshalb habe ich direkt mal durchgezählt:
In dem 80 Seiten umfassenden Buch (Hardcover) präsentiert Pia Deges sage und schreibe Rezepte für 14 Plätzchen-Kreationen, 11 klitzekleine Köstlichkeiten und 9 Feiertagskuchen.
Na, wenn da nichts dabei ist, dann weiß ich auch nicht.
Ich habe auch direkt beschlossen, was ich auf jeden Fall dieses Jahr verschenken möchte. Ich kann das schon verraten, denn die zu Beschenkenden lesen hier nicht mit.
Ich habe mich auf Anhieb in die Schokosalami verliebt. Die Idee finde ich großartig, die Zutaten bekomme ich vermutlich alle im Discounter um die Ecke und auch die Zubereitung liest sich so, als ob ich das schaffen könnte.


Ich mag das, wenn die Rezepte relativ einfach sind, das Ergebnis dann aber ein toller Hingucker wird.
Es gibt Rezepte für Pinienkernstangen, Tonka-Tannenbäume und Earl-Grey-Cookies. Die Glühwein-Gummis (selbstgemachte Gummibärchen) im Gugelhupflook stehen bei den klitzekleinen Köstlichkeiten und lassen sich sicher toll in selbstbebastelten Marmeladengläsern verschenken. Inspiration und Anleitung wird auf den hübschen Fotos gleich mitgeliefert und am Buchende gibt es nochmals zusätzlich ein paar Verpackungsideen in Wort und Bild.

Marzipan-Amaretto-Stollen, Bratapfel-Cupcakes oder Gewürzkuchen (lässt sich auch im Glas verschenken) sind nur ein paar der Kuchenrezepte, die allesamt sehr lecker klingen. Es gibt Rezepte für Mini-Gugel und für Lebkuchenschnitten und Schokoladentafeln mit Topping nach eigenem Geschmack wollte ich mit den Kindern schon immer mal selbst machen (Vielleicht auch eine Idee für den nächsten Kindergeburstag?) Mit dem Mohn-Spekulatius-Törtenchen ist sogar ein Kuchen dabei, den man garnicht backen muss.

Eines meiner Favoriten ist das Torrone-Rezept. Es kommt mit Nüssen und Cranberrys daher und wir lieben Pistazien, das muss definitiv auf die To-back-Liste, auch wenn wir es dann selbst essen und nicht verschenken. (Man gönnt sich ja sonst nichts!)


Die Verpackungsideen sind weihnachtlich präsentiert, aber mal ehrlich. Plätzchen gehen doch immer. Dazu muss es nicht unbedingt Weihnachten sein. Bei uns stehen auf jeden Fall mehrere Glasdosen auf der Anrichte und die kann ich gar nicht schnell genug befüllen, wie die immer leergefuttert sind. Deshalb habe ich schon die Zutaten für die Cashew-Taler von Seite 31 eingekauft und auch direkt eine Charge Sesam-Zitronen-Taler gebacken.

Rezept für Sesam-Zitronen-Taler


Zutaten:

  • 50 gr. Sesamsamen
  • 2 Zitronen
  • 200 gr. Butter
  • 100 gr. Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 300 gr. Mehl (ich nehme immer Dinkelmehl 630)
So geht's (frei interpretiert):

Den Sesamsamen in einer beschichteten Pfanne leicht anrösten und abkühlen lassen.
Zitrone auspressen.
Weiche Butter zusammen mit Zucker und Vanillezucker in der Küchenmaschine schaumig schlagen, das Ei und den Zitronensaft hinzugeben, Mehl sieben und ebenfalls unterrühen. Alles gut verkneten. 
Den Teig (ist noch recht weich) in Frischhaltefolie einwickeln und für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen (länger schadet nicht).

Gekühlten Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen. Backblech mit Backpapier auslegen, Kekse ausstechen und mit etwas Abstand auf das Backblech legen (ergibt 2 Bleche)
Backofen bei 180° C vorheizen. Ich habe beide Bleche gleichzeitig bei Umluft in den Backofen. Die Garzeit waren etwa 12 Minuten. (Bei Ober- und Unterhitze und mit nur einem Backblech verringert sich die Garzeit).

Pia Deges hat die Plätzchen noch verziert, dann sehen sie natürlich noch ansprechender aus. Für mein Glas und als zitronischer Sommerkeks habe ich auf Glasur verzichtet.
Das Rezept und die Anleitung gibt es aber im Buch. 


Der Keks hat eine tolle Krumme und obwohl der Teig doch relativ weich war hat das Ausrollen und Ausstechen erstaunlich gut geklappt. So flott und ohne Bruch hatte ich das bei meinen bisherigen Butterkeks-Rezepten noch nicht. 


Der Testback hat also auf Anhieb geklappt, das muss ich sicher noch öfter machen, meine Familie hat nämlich schon fast alles aufgefuttert.

Süße Weihnachtsgrüße - Feine Geschenke aus der Küche*
von Pia Deges
80 Seiten / Hardcover
erschienen bei Frechverlag / Topp
ISBN 978-3-7724-8022-5

Die Kuchenplatte ist von ASA *, das Vorratsglas auf dem Foto ist von IKEA, da die Räuber hier im Haus schon Kekse weggefuttert hatten und meine eigentlichen Keksgläser* für die restlichen Kekse zu groß waren. So geht es mir, wenn ich nicht direkt nach dem Backen fotografiere. 

12 Juli 2016

Platz ist im kleinsten Garten {12 von 12 im Juli}

Heute ist der 12te und es ist mittlerweile eine schöne Tradition unter vielen Do-it-yourself-, Lifestyle- und Mamibloggern geworden, an diesem Datum sich mit 12 Bildern durch den Tag begleiten zu lassen. Wie üblich sammelt Caro von "Draußen nur Kännchen" die Blogbeiträge und wer Lust hat, hinter die Türen und den Tagesablauf von Fremden zu luschern, der kann sich dort mal durchklicken. Seit ich wieder (auch) angestellt arbeite und mir meine Tage nicht mehr selbst einteilen kann, hatte ich kaum noch Gelegenheit, Euch bei mir Einblick zu gewähren. Ich kann Euch ja schlecht meine Akten und Zahlenschubsereien fotografieren oder wie ich mich in Staus durch Baustellen winde. 

Heute dachte ich jedoch, ich nehm Euch mal spontan mit in unseren Garten bzw. rund ims Haus. Wir gestalten nämlich gerade neu und der Liebste hat die letzten Wochenenden und Abende hart geschuftet und uns eine Terrasse bzw. ein neues Holzdeck gebaut. Es ist fast fertig und dann gibt es noch ein paar Bilder. 

In den letzten Jahren war der Garten mit einem Riesentrampolin und einen Hasenfreilauf von Kindern und Kaninchen okkupiert, jetzt wird das Terrain gerade zurückerobert und es soll wieder das werden, was es einmal war: Ein Naschgarten mit schönem Freisitz.

Wir haben nur ein sehr kleines Grundstück aber es gibt trotzdem viele Möglichkeiten, Vielfalt einzubringen und Nutzpflanzen anstatt oder zu Zierpflanzen zu pflanzen.

Also, was hätten wir denn da?

Rote Weintrauben ziehen sich im Hof und auf der Straßenseite am Haus entlang.


Cocktailtomaten in Blumenkübel gepflanzt vor der Hauseingangstür und Frühstücksterrasse.


Klee für die Hasen (wächst mit in den Blumenkübeln)


Olivenbäumchen. Besonders praktisch, da es nicht besonders schnell wächst. Unseres ist im Topf. Die Oliven sind allerdings nicht roh zu genießen und wir hatten auch noch nie genug Ernte um sie zu verarbeiten.


Johannisbeeren als Strauch.


Das Vogelhäuschen hängt am Stamm einer Pinie. Das wird mal ein großer Baum, das Gute für kleine Gärten ist aber, das die Pinie hoch wächst und die unteren Zweige entfernt werden.


Und nochmal Trauben: Dieses Mal weiß und an der Rückseite vom Haus.


Eine Clematis für Farbvielfalt (bewuchert unser Gartenhaus).


Da wissen wir nicht, was es ist. Aber es ist schön.


Ein Samen. Auch wenn er schön anzusehen ist, wäre es jetzt besser, wenn er sich nicht niederlässt, denn vermutlich ist das ein Samen einer Distel. Und Disteln will man im Garten eigentlich nicht haben.


Und weil es bei uns noch viel mehr gibt, habe ich Euch mal zusammengetragen, welche Pflanzen sich besonders gut für kleine Gärten eignen.

10 Nutzpflanzen für kleine Gärten / Reihenhausgärten


  • Tomaten Tomaten Tomaten - Tomaten kann man nicht genug haben. Man kann sie als Stauden pflanzen oder in Blumentöpfe. Es gibt sogar Sorten die klein genug für Blumenkästen sind und sich so z. B. vor Schlafzimmerfenster stellen lassen. Tomatenpflanzen haben den Vorteil, das Stechmücken den Geruch nicht mögen und sie meiden. (Im nächsten Jahr werde ich jeden freien Platz im Garten damit bepflanzen!)
  • Brombeeren, haben zwar meist Stacheln, kann man aber sehr gut an einer Wand entlang ziehen oder zum Bewuchern von Gartenhäusern verwenden.
  • Himbeeren, hmmmm lecker! Wie wäre es mit einem schönen Himbeerstrauch anstatt einer Staude auf die Nachbarsgrenze.
  • Kiwi - Kiwis sind Kletterpflanzen und lassen sich am Haus entlang ziehen. Bei Kiwi braucht man zwei Pflanzen, ein Männchen und ein Weibchen, wenn man Früchte haben möchte. Mittlerweile gibt es auch Zwitter, dann benötigt man nur eine. Besonders schön und niedlich sind auch Mini-Kiwi. Erntezeit ist im Herbst.
  • Trauben - Es braucht ein bisschen Zeit bis sich eine Rebe ums Haus gewunden hat und man hat auch etwas Arbeit mit dem Rückschnitt. Außerdem sind Trauben anfällig für Schädlinge (die wir mit einem Backpulver/Waschergemisch und einer Spühflasche bekämpfen). Trauben sind natürlich auch die Lieblinge von Vögeln aber was man davor retten kann, ist lecker, kann zu Traubensaft oder Traubengelee verarbeitet werden. Wer also Lust hat, nicht nur zu naschen, sondern auch Mengen zur Verarbeitung möchte, ist mit Weintrauben gut beraten.
  • Erdbeeren - Man wird in einen kleinen Garten kein Erdbeerfeld bekommen. Das ist klar. Aber Erdbeeren lassen sich auch in Töpfen und auf Balkonen ziehen. Das Schöne daran ist, dass es verschiedene Sorten gibt, die zu unterschiedlichen Zeiten reif werden. Achtet man beim Einkauf daran Früh- und Spätblüher zu mischen, hat man in der Erdbeerzeit immer was zu naschen. 
  • Johannisbeeren - Ein Johannisbeerstrauch ist relativ schmal und macht sich auch gut als Grenzbewuchs.
  • Banane - okay, dass eine Bananenstaude in unseren Gefilden Früchte tragen wird, ist relativ unwahrscheinlich. Aber immerhin verleiht sie jedem Garten einen mediteranes Flair.
  • Haselnussstrauch - Der Haselnussstrauch wächst schnell, ist einfach zu pflegen und bietet Sichtschutz. Wenn die Eichhörnchen nicht schneller sind, bietet die Ernte gesunde Früchte. Erntezeit August bis Oktober.
  • Feigenbaum - Ein Feigenbaum braucht schon ein bisschen Platz. Aber hey, bei uns steht ein Feigenbaum im Hof und der ist wirklich nicht viel größer als ein Autoabstellplatz. Geschütz und Sonne mag der Feigenbaum. Man braucht ein bisschen Geduld, denn die ersten Jahre trägt er nicht. Aber wenn er dann seine Reife erreicht hat, wird man den ganzen Sommer über mit leckeren Früchten belohnt, die toll zum Belegen von Tartes, zum Grillen (mit Speck ummantelt) oder als Marmelade herhalten. Aber natürlich schmecken die Feigen auch lecker frisch vom Baum oder mit Vanilleeis. Das Gute an den Früchten: Die Verarbeitung macht wirlich sehr wenig arbeit, denn Feigen müssen nicht geschält werden und haben keine Kerne.
Oh, schon fertig? Ich setz noch einen drauf: Kürbis oder Zucchini brauchen eigentlich viel Platz, weil die Gewächse stark wuchern. Sie sind nur einjährig und werden ausgesäht. Hat man aber ein Gartenhaus oder vielleicht ein ungenutztes Garagendacht, was spricht dagegen die Ranken auf ein Dach zu ziehen? Die Wurzel ansich braucht gar nicht viel Platz. 


03 Juli 2016

Ich backs mir: Pasteis de Nata. Ein Stück Sehnsucht nach Portugal

Als Clara vom Blog "Tastesheriff" beim monatlichen #ichbacksmir Mitmachtbacken das Thema "Fernweh" ausrief, wusste ich sofort: Da muss ich mitmachen.
Ganz ehrlich, ich bin so urlaubsreif und hab so fernweh, da musste ich mir ein bisschen den Süden in die Küche zaubern.
Wir bleiben ja dieses Jahr in Deutschland, aber ganz oben auf meiner Reisezielwunschliste steht Lissabon. Okay, es wechselt da ständig mit New York und irgendwann schaffen wir das auch.

Im letzten Jahr war ich ganz kurz in Lissabon und beim Warten auf dem Flughafen, sagte meine Reisebegleitung, dass wir ganz dringend ein Pasteis de Nata essen müssten. Haben wir dann auch getan. Hmmm, total lecker diese kleine Puddingtörtchen und genau mein Geschmack.

Und seitdem ist die Pasteis de Nata das Gebäck, dass ich mit meinem Wunsch einer Portugalreise in Verbindung bringe.

Und so kleine Puddingtörtchen sind für einen Sonntagnachmittag genau richtig.


Zutaten:

Blätterteig (fertig aus dem Kühlregal)
6 Eier (5 x nur Eigelb, 1 ganzes Ei)
2 gehäufte Eßlöffel Mehl (ich nehm immer Dinkel)
eine Brise Salz
400 ml Milch
ca. 25 gr. Butter
etwas Öl für die Form
1 Vanilleschote
200 gr. Zucker

1 zwöfer Muffinform*
1 Ausstecher groß rund (ich benutze Dessertringe*)

So geht's:

Vorbereitungen:

Backofen auf 225°c Ober- und Unterhitze vorheizen. Rost in die Mitte des Ofens einschieben.

  • Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen und ca. 10 Minuten Raumtemperatur annehmen lassen, auspacken, ausrollen und 12 Kreise ausstechen.
  • Muffinform einölen und die Blätterteig kreise in die Mulden drücken (ergibt kleine Schälchen).
  • Muffinblech in den Kühlschrank stellen 
  • Zucker abwiegen, Mehl sieben und dazugeben, etwas Salz zufügen und zur Seite stellen
  • 5 Eier trennen und Eigelb in eine Schüssel geben, ein ganzes Ei dazugeben
  • Vanilleschote aufschneiden, Mark auskratzen und in die Eier einrühren
  • Milch mit Butter in einem Topf aufkochen
  • Zucker/Mehl/Salzmischung zugeben und nochmals kurz aufkochen
  • Topf vom Herd nehmen und Eier/Vanillemark einrühren
Muffinblech mit Blätterteig aus dem Kühlschrank nehmen und gekochte Masse gleichmäßig auf die Mulden verteilen. Auf mittlerer Schiene backen. In meinem Backofen brauchen die Pasteis de Nata ca. 15 Minuten. Bitte kontrolliert das, jeder Backofen ist anders. Die kleinen Pastetchen dürfen oben ruhig etwas braun werden. 

Mir schmecken sie am besten zu einem starken Espresso. 

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