30 August 2017

Aus dem Nähreich: Kaufentscheidung - welche Overlook ist die richtige?

Die Juki MO 734 DE im Test Teil 2
den ersten Teil findet Ihr unter "Die Overlock Juki MO 734 DE im Dauertest"


Bisher lief die Juki prima. Auch den dicken Wintersweat mit der flauschigen Innenseite hat sie ohne murren von beiden Seiten transportiert und anständig versäuber. Die Naht ist nicht zu sehen. Aber verstellt hatte ich bis dato an der Maschine noch nichts. 


Ich bin da leider immer etwas zögerlich. Wenn es gut läuft, ja kein Rädchen drehen, es könnte ja anschließend nicht mehr so gut funktionieren wie vorher. Aber dafür ist die Juki ja nicht da. Die kann ja mehr als nur eine Stichart. Und schließlich will und soll ich sie ja auch ausprobieren. Vier Wochen ist sie jetzt noch da, dann muss sie zurück an den Nähpark oder ich entscheide mich dafür, sie zu kaufen. Unsympathisch ist sie mir bis jetzt nicht.


Webware hatte ich bei meinem ersten Testbericht bereits gezeigt, nun kam Jersey unter die die beiden Nadeln. Die Maschine hat gleichmäig transportiert und sauber geschnitten. Dann habe ich mutig mal am ersten Rädchen gedreht und die Stichlänge verstellt. 
Die Overlock reagiert anstandslos (Bild: Stichlänge links auf 1, rechts auf 4)

In der Bedienungsanleitung habe ich dann ein kleines Detail entdeckt. Mit dem Standartfuß kann man nämlich auch Bänder oder Gummi annähen. Er hat dazu extra eine Führung und in der Bedienungsanleitung wird auch beschrieben, wie man es nutzt. Man braucht dazu also nicht einen Extrafuß. Das habe ich direkt ausprobiert und es ist sehr praktisch, wenn Framilon oder Gummis mit in die Naht sollen oder Bändchen in Schulternähte, damit diese sich nicht dehnen. 


Und weil das alles gut geklappt hat, dachte ich, ich mach mal was ganz Verrücktes: ich fädel neu ein!
Und zwar so ganz neu. Bisher hatte ich die Greiferfäden angeknotet, nun habe ich mutig alle Fäden abgeschnitten und entfernt. Ich habe die Maschine sozusagen nackig gemacht um anschließend in vier verschiedenen Garnfarben wieder einzufädeln, damit man sieht, welcher Faden was macht und entsprechend auch die Einstellungen vornehmen zu können. Es kann ja nicht sein, dass alle Stoffe mit der gleichen Fadenspannung funktionieren.



Der Weg des Fadens ist farbig markiert und wenn man der Zeichnung im Innern der Maschine folgt, ist das auch ganz leicht nachzuvollziehen. Die Anleitung dazu habe ich nicht benutzt, aber ich habe mir die Stoppuhr gestellt und war nach 7 Minuten fertig. Allerdings musste ich kurz nochmals spicken, wie der Einfädler für die Nadeln funktioniert. Ich hatte bisher noch keinen Fadenriss oder so und habe das nur zu Beginn mal ausprobiert und nun schon wieder vergessen. 


Ehrlich gesagt, bin ich von der Einfädelhilfe für die Nadeln echt begeistert. Ich sehe nicht, wie der Faden durch das Öhr gezogen wird, aber es funktioniert. Alleine dieser Mechanismus ist ein absolutes Kaufkriterium. Hängt vielleicht auch an der schwindenden Sehkraft, aber eine Maschine ohne Einfädler, ist komplett chancenlos, hier einzuziehen. Ein absoluter Pluspunkt für die Juki MO 734 DE.

Im Bauch der Juki lässt sich mit einem Hebel die Führung für den Untergreiferfaden verstellen, so dass sie besser zugänglich und leicht eingefädelt werden kann. Nur das Zurückklappen darf man dann  natürlich nicht vergessen!


Das Bild zeigt meinen ersten Versuch nach dem ersten eigenhändigen Einfädeln auf Webware. Da stimmt die Fadenspannung noch nicht. Ich habe dann auch ein bisschen an den Spannungsrädchen gedreht, durch die verschiedenen Garnfäden sieht man gleich, welche Spannung noch nicht ganz optimal ist (Orange, ganz links auf dem Bild). Die Maschine reagiert sehr gut auf jede kleine Veränderung.


Als nächstes kamen verschiedene Stoffqualitäten unter die Nadeln. Das untere ist ein feiner Organza, sehr dünn, sehr glatt, sehr durchsichtig. Dann der Trendstoff des Jahres, davon habe ich extra am Samstag auf dem Stoffmarkt ein Stück besorgt, da ich daran auch den Rollsaum noch testen will, ein Musselin. Der türkisfarbige Stoff rechts ist ein Stepp, bestehend aus 2 flutschigen Stoffseiten und dazwischen einem Fleece. Den würde ich im Normalfall nicht mit der Overlock versäubern, sondern mit Schrägband. Aber für den Test habe ich das ausprobiert. Er ist durch die verschiedenen Lagen sehr dick und flutschig, die Juki MO 734 DE hat ihn trotzdem anstandslos transportiert, geschnitten und versäubert.


Als nächstes möchte ich noch die anderen Sticharten ausprobieren und versuchen, dem Musselin einen Rollsaum zu verpassen. Aber als erstes steht noch eine Jogginghose aus Kuschelsweat und ein Jerseyshirt auf dem Programm. Mal sehen, ob ich da eine Flatlocknaht unterbringen kann. Das möchte ich nämlich auch unbedingt mal versuchen.

Die Overlock wurde mir vom Nähpark zur Verfügung gestellt, denn ich bin eine von 17 Juki-Testern, die derzeit viele unterschiedliche Maschinen auf Herz und Nieren testen. Warum ich das mache und weitere Infos könnt Ihr in Teil I meines Tests nachlesen.

Wenn Euch irgendwas interessiert, was ich ausprobieren soll, dann fragt gerne. Noch ist die Maschine da und ich versuche gerne auf Eure Fragen einzugehen.

Bis dahin schick ich Euch liebe Grüße aus der Pfalz!



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