„Das ist doch alles noch gut…“ {Küchengeschichten}

„Das ist doch alles noch gut…“ {Küchengeschichten}

20. Juni 2012 2 Von Susanne Krauss

Man könnte es vielleicht auch Trennungsschmerz nennen. Das komische Gefühl, das einem beim Ausräumen und Aussortieren der Küchenschrenke befällt. „Was da drin ist, hast Du die letzten 10 Jahre nicht gebraucht und wirst es auch zukünftig nicht benutzen“ sagt der Göga. Die Eckschränke in meiner Küche sind tief und geräumig. Die Tür und der Zugriff ist das nicht. Eigentlich kann man nur das benutzen, was in erster Reihe steht. Alles was dahinter ist, kann noch nicht einmal mehr eingesehen werden und ist längst in Vergessenheit geraten.
Das Teeservie aus Glas mit blauen Untersetzern, die silberne Kanne von Alfi, die schon nicht mehr in Benutzung war, seit wir einen Vollautomat haben (1997). Das Schlimme ist, das sich das Aussortieren weiter durch die Räume zieht. Die Gläser (werden benutzt!) wandern vorerst in die Vitrine im Eßzimmer. Also ist es auch hier an der Zeit, mal durchzusortieren. Butterdose und Marmeladengläse mit Apfeldesign – viel zu schön zum Benutzen.

 Sogar der Aufkleber von Leonardo ist noch drauf. Aber soll ich mich wirklich davon trennen? 

Zum ersten Mal kann ich mitfühlen, wenn der Trödeltrupp einem „Kunden“ beim Räumen helfen will, der sich von seinen „unnötigen“ Schätzen trennen will. Will wohlgemerkt, denn können ist anders. Die Flohmarktkiste füllt sich jedenfalls auch bei uns nur spärlich.

„Aber Schatz, das ist doch noch gut“ höre ich mich sagen, und stelle das Teeservice zurück in den Schrank. Von Butterdose und Marmeladengläsern werde ich mich aber (höchstwahrscheinlich) trennen.