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Zitronenkissen {DIY – Nähen}

Gelb ist meine Farbe. Ganz klar.
Gelb macht fröhlich, gelb ist frisch. Ich mag Gelb.

Irgendwie ist die Folge darauf, dass ich so ziemlich alles mag, was gelb ist. Zitronen gehören da auch dazu. Vielleicht auch, weil sauer lustig macht. Und lustig mag ich auch.

Schablone für Textildesign selbst herstellen. Farbgestaltung für ein Kissen mit dem Marabu Fashion Spray

Diese Woche habe ich endlich mal ein Projekt gemacht, das ich schon eine Weile vor hatte, aber irgendwie…Ihr wisst schon… irgendwie kommt immer was dazwischen.

Letztens war das die Melone, die mich dazu verführt hat, anstatt eines Kissenbezuges eine Tasche in Melonenoptik zu nähen. Und weil ich ja schon das Wohnzimmer okkupiert hatte und mich mit Plastiktischdecke und Sprühfarbe bereits den kompletten Boden belegt hatte, kam es ja jetzt auf ein paar Tage Unordnung mehr oder weniger auch nicht mehr an. (Ich brauch dringend ein größeres Arbeitszimmer!) Glücklicherweise ist der Göga sehr nachsichtig mit mir und jetzt ist auch alles wieder schön verräumt, soll heißen in naher Zukunft kann ich dann nicht mehr mit Farbe um mich sprühen, denn in meinem 7 qm Nähbüro ist dazu leider kein Platz (sagte ich schon, dass ich driiiingend ein größeres Arbeitszimmer brauche?!)

Aber zurück zur Zitrone: Also habe ich den Rest vom Überschlaglaken genommen und endlich für das alte Sofakissen einen neuen Bezug genäht.

Das zugehörige Sofa ist schon lange zerschlissen und entsorgt aber die Sofakissen waren eigentlich noch gut und viel zu schade zum wegwerfen. Anfangs lagen sie in der Kuschelecke der Kinder oder dienten als Bodenkissen, wenn mal mehr Besuch da war als das neue Sofa beherbergen konnte. 
Zwei rechteckige Rückenkissen habe ich bereits vor Jahren neu eingekleidet und sie tun immer noch zum bequemen Anlehnen Dienst auf unserem Feierabendbänkle. Nur die runden mussten nun endlich auch mal von ihrem gemusterten Überzug befreit werden. (Ja, das war mal chic. 1995!)
Anleitung:  
Kissen ausmessen (bei unseren Kissen sind das 55 cm).

Das Schnittmuster habe ich mit einem Grafikprogramm erstellt. Dafür hab ich die Nahtzugabe an der Paspelschnur ausgemessen und die Breite als Nahtzugabe ans Schnittmuster gezeichnet. 
Das Innere habe ich direkt in Stücke eingeteilt. Meine Tochter sagt, es sieht aus wie eine Pizza und nicht wie eine Zitrone.
Die Grafik habe ich aus gedruckt und musste natürlich einzelne Blätter zusammenkleben. (Da ich aber mittlerweile
DIN A 3 Drucker*

habe, waren das nicht sehr viele Blätter #ichhassekleben).

Ganz außen ist die Nahtzugabe, der zweite Ring soll die Schale darstellen, die gelb wird. Die Stücke werden ebenfalls gelb. Dazwischen ist „die Haut“, die weiß bleiben soll.
Deshalb habe ich alle Stege und den Rand drumherum mit durchsichtigem Paketklebeband angeklebt. (Folie zum Bucheinbinden wäre sicher auch eine gute Alternative gewesen). 

Als erstes wird anhand der Grafik/des Schnittmusters der Stoff 2 x zugeschnitten. Anschließend wird der Rand mit Schale ab- und die Fruchtstücke ausgeschnitten (also alles, was gelb werden soll). Das ist dann alles mit durchsichtigem Klebeband bedeckt. Die Rückseite (da wo jetzt noch Papier ist) mit Sprühzeitkleber einsprühen und die Schablone mittig auf den Zuschnitt kleben. Wer fleißig ist oder keine Zeit hat, macht sich die Schablone zwei Mal um gleichzeitig auf beiden Kissenseiten zu arbeiten.

Ich habe vollflächig einen Kissenzuschnitt mit Marabu Fashion Spray besprüht und habe es dann trocknen lassen. Anschließen bin ich für mehr Farbpower nochmals über den Rand (Schale).

Alles schön trocknen lassen und dann die Schablone abziehen. Sie lässt sich dann weiterverwenden (Vorsicht beim Abziehen, da hängt Farbe auf dem Klebeband!)

Eine Zitrone hat Kerne! Mein Kissenbezug auch. Ich habe sie mit dem Fashion-Liner aufgemalt.

Wenn die Farbe getrocknet ist, muss sie fixiert werden, damit der Stoff auch gewaschen werden kann. Das geht in dem Fall mit dem Bügeleisen oder im Backofen.

Ich musste beim Sprühen und Malen die ganze Zeit an Kuchen denken. Zitronenkuchen. Aber Zitronenkuchen erschien mir irgendwie nicht frisch genug. Aber Zitronentarte, da hatte ich dann voll Lust drauf. Dabei habe ich noch nie eine Zitronentarte gegessen. Nun gut. Ich habe mir eine gebacken und da ich dazu eh den Backofen gebraucht habe, habe ich mir das Bügel gespart und während ich den Teig für die Tarte angerührt habe, meine Zitrone gebacken.

Mein Kissen hat natürlich eine Paspel bekommen. Ich mag Paspel und davor braucht man auch gar keine Angst zu haben. Normalerweise stecke ich die Paspel zwischen die Stofflagen. Das habe ich dieses Mal nicht gemacht, denn ich wollte einen Reißverschluss in die Naht. Deshalb habe ich auf eine Stoffseite die Paspel genäht. Ich mach das ohne stecken sondern führe die Paspel an der Rundung des Randes entlang. Deshalb habe ich die Nahtzugabe genauso groß wie den der Paspel gewählt (siehe oben).

Für einen sauberen Abschluss wird an beiden Enden ein Stück der Paspelschnur aus der Umhüllung gezogen und abschnitten.

Die Enden werden über Kreuz gelegt und drüber genäht.

Dann wird der Reißverschluss eingesetzt. Am Besten eignet sich hier ein ganz schmaler, der dann in der Naht verschwindet.

Mittlerweile war dann auch meine Tarte fertig. (Warum muss ich beim Nähen eigentlich immer ans Essen denken?). Backen muss ich noch üben. Da mangelt es noch an der Optik, aber schmecken tut es und ich bin jetzt ganz extrem lustig.

Und auf meinem Feierabendbänklein gibt es jetzt ein erfrischend fröhlich machendes neues gelbes (!) Kissen.

Hach, Gelb ist einfach meine Farbe!

Material:

altes Sofakissen
altes geerbtes Überschlaglaken
Marabu Fashion Spray in Gelb*
Marabu Fashion Liner
Paspel Gelb
Reißverschluss

Ich schick Euch liebe Grüße aus der Pfalz und den Post zum Rums.

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